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40 Jahre Verkehrsverein
(aus dem Jahr 1989)

zum 40-jährigen Jubiläum des Verkehrsvereines vom Ehrenvorsitzenden Franz Cramer ( 2004) verfasst.

Im Zeitablauf der Geschichte ist das keine lange Zeit, aber dennoch rückblickend ein Weg, den man schon als dornenreich bezeichnen kann. Schwer vorstellbar, dass zur Gründerzeit 1949 selbst unter den Gewerbetreibenden sowie auch seitens der Kommune fast kein Echo zu verzeichnen war.

Ehrenvorsitzender Franz Cramer ( † 2004)

Aufbauend auf die Tradition der Sälzer aus dem 16. bis 20. Jahrhundert und dem guten und weltweiten Ruf des heutigen Deutschen Gerätebaus gingen die damaligen Gründer und Initiatoren ihren Weg und zwar in die richtige Richtung. Wenngleich die Stadt Salzkotten auch seit 1247 Stadtrechte besaß, so waren Charakter und Strukturen des Gemeinwesens doch fast rein bäuerlich. Sicherlich war auch im weitesten Sinne nicht von Geschäften und einer Geschäftswelt zu reden, aber dennoch war mehr als nur Basisform vorhanden. Anlass, über den Tellerrand hinauszublicken, gaben allein schon die verkehrsgünstigen Verbindungen durch B 1 (von Köln nach Königsberg) und der Bundesbahnhauptstrecke Ruhrgebiet – Kassel – Bebra – Berlin. Im Siegeszug des Automobils und des Flugzeuges gesellten sich in der Jetztzeit Autobahnen und Flughafen vor der Haustür dazu. Nach jedem Krieg sind Gründerzeiten, sagte mir einmal ein erfahrener, weitsichtiger Bürger. Das sollte sich bei uns bewahrheiten. Mit dem 20.06.1948 (Währungsreform) wuchsen Interessen und Nährboden in vielen Bereichen stetig, bis sich dann im Jahre 1949 erste Gespräche von Geschäftsleuten und Gleichgesinnten anbahnten. Einen nicht unwesentlichen Anteil zur Verwirklichung leisteten jene Mitbürger, die als Bombengeschädigte aus den westlichen Großstädten ein Domizil bei uns gefunden hatten, sowie die ostvertriebenen Handwerker und Geschäftsleute aus den ostdeutschen Provinzen und dem Sudetenland. (Währungsreform) wuchsen Interessen und Nährboden in vielen Bereichen stetig, bis sich dann im Jahre 1949 erste Gespräche von Geschäftsleuten und Gleichgesinnten anbahnten. Einen nicht unwesentlichen Anteil zur Verwirklichung leisteten jene Mitbürger, die als Bombengeschädigte aus den westlichen Großstädten ein Domizil bei uns gefunden hatten, sowie die ostvertriebenen Handwerker und Geschäftsleute aus den ostdeutschen Provinzen und dem Sudetenland.

 

Der Kreis der Initiatoren war klar, denn es herrschte fürchterliche Armut und im Bereich des Unterkommens Not und Elend. Aber dennoch kam man im Sommer 1949 öfter zusammen, suchte nach Motiven und Leitmotiven. In Anlehnung an den Kram- und Viehmarkt (Martinimarkt), 11. November, der fast nur aus dem bäuerlichen Bereich beschickt wurde, aber alte Tradition besaß, kristallisierte sich der Name “Martini-Markt” heraus. Man kam zunächst überein, um den 11. November, von freitags bis einschließlich montags, die Martini-Tage zu feiern. Es begann freitags gegen 17.00 Uhr mit dem Fackelzug für Kinder, der über den Marktplatz, Kokelake, Kirchplatz (Mantelteilung, Bettler) führte, und dort wurde dann für jedes Kind, welches am Martinizug teilgenommen hatte, ein Stutenkerl verteilt. Selbstgebastelte Fackeln wurden vor den Fackelzügen prämiert, die in den Schaufenstern ausgestellten ebenso. Auf dem Marktplatz standen einige Buden mit Süßigkeiten und Fahrgeschäften, wie Karussells und Schiffsschaukeln, und das, was die armselige Zeit noch aufweisen konnte. Zu den Gründern, den Männern und Frauen der ersten Stunde, gehörten Drogist Willi Niggemeier, Uhrmachermeister Karl Baier, Prokurist Heinrich Segin, Gastwirt Arnold Jürgens, Buchhändler Kurt Schneider und einige mehr. Zum 1. Vorsitzenden wurde der damalige Stadtdirektor Johannes Brehmer gewählt. Eine gute Sache waren die Martiniheftchen, welche mit kleinen Begebenheiten aus der Historie, dem Gewerbe und Tun und Sein in der Sälzerstadt Aufschluss und Einblick gaben. Es reihte sich sorgsam und behutsam so eine kleine Geschichte oder Aktualität an die andere. Das Heftchen nahm an Umfang und Interesse zu und wurde gern gelesen. Die Nachfrage wurde immer stärker bis in die heutigen Tage hinein, allein schon der Lose für die Martinigänse wegen, die am Sonntagabend zur Verlosung gelangten.

 

Ein weiteres Zugpferd waren die Martinigänse, welche im Anfang noch lebend verlost wurden. Heute sind wir modern und fortentwickelt. Wie unsere Zeit nun einmal ist, gelangt die Gans tiefgekühlt zur Verlosung. Waren es zu Beginn 20 bis 30 Gänse, so sind wir heute bei der stattlichen Zahl von 160 Gänsen angelangt. Anfang der 60er Jahre öffnete dann die Geschäftswelt am Sonntag von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr ihre Geschäfte, verkaufsoffener Sonntag. Aus allen Werbungen ragte heraus der Ruf an das Umland (soweit war man nun).

 

“Salzkotten ruft Dich, ruft mich, ruft uns alle!”

 

Originell und wert festzuhalten ist die Tatsache: “Im Jahre 19 kam der heilige Martin mit dem Flugzeug, landete auf einem Stoppelfeld des Grafen von Westfalen nahe der 2. Feldscheune Richtung Paderborn und hielt Einzug auf einem Esel in unsere Stadt vom Osten kommend”. So hat man sogar versucht, Kontakte mit dem Himmel aufzunehmen.

 

Ein unwahrscheinlicher weltweit beachteter Aufschwung in unserer Republik ging auch am Verkehrsverein nicht unbemerkt vorbei. Die Mitgliederzahl wurde größer und Attraktivität und Intensität ließen nicht auf sich warten. Man nannte jene Zeit die goldenen 60er bis 70er Jahre. Rat und Verwaltung hatten seit 1949 bis 1970 immer wieder für Bauland und für Möglichkeiten der Erweiterung Sorge getragen. Kleinsiedlung, Försterplan, Schulteplan und Kuhbusch wurden im Zuge dieser Maßnahmen bebaut, und die bäuerlichen Betriebe Förster, Altrogge-Ising (Marktplatz), Tölle (Lange Straße) und Schulte (Upsprunger Straße) an den Stadtrand mit Hilfe der Kommune neu angesiedelt. Die bäuerlichen Betriebe H. Rochell, Josef Käuper (Lange Str.), Georg Schöne (Marktplatz) waren ohne Nachfolger, gaben den Betrieb auf und verpachteten. Die Innenstadt bekam ein neues Gesicht. Alle Straßen bekamen neue Wasserleitungen, Kanäle, gute Bürgersteige und Fahrbahnen. Die Zahl der kleinen Einzelhandelsgeschäfte stieg bis auf annähernd 30. Der Martini-Markt nahm immer mehr an Umfang und Bedeutung zu. Würde man jene Zeit analysieren, wie das heute so gern geschieht, dann käme man zu folgenden Aussagen:

 

1.

Der Freitag wird gut angenommen; Sonnabend, fast gar keine Belebung; Sonntag, gut bis sehr gut; Montag, Tag der Bauern z. T. des Handwerks; nachmittags, Mütter mit Kindern, Fahrgeschäfte, verbilligte Preise; am Abend, Ausklang in allen Lokalen oft sehr mäßig.

 

2.

In der Vorweihnachts- und Adventszeit begann man anfangs Leuchten und Leuchtarme in Eigenbau, später Lichterketten von der Stadt Paderborn und durch die Stadt Salzkotten erworbene Lichterketten über die B 1 zu spannen und entlang der Bürgersteige zu führen. Das war ein Versuch, die B 1, Marktplatz, Klingelstraße und Vielser Straße stimmungsvoll auszuleuchten. Ratespiele und Verlosungen, von einigen Geschäften inszeniert, sollten den Besuch zur Stadt fördern und den Schritt durch die Ladentür erleichtern. Es waren und bleiben aber alles Provisorien, wobei der Effekt für die Besucher und die Geschäftswelt ausblieb.

 

Ein weiterer Versuch die Stadt besser auszuleuchten, war 1980 mit einer Weihnachtsbaumbeleuchtung zu beginnen. Auf der städtischen Beleuchtung angebracht, zeigte sich keine Wirkung; der Einsatz lohnte nicht den Erfolg. In weiteren Gesprächen fand sich dann die Firma Klingenthal, respektive die Geschäftsleitung der Minipreis- Läden gern bereit, der Stadt Salzkotten und dem Verkehrsverein, nach den Entwürfen unseres Mitgliedes und Graphikers Theo Hüppmeier, eine Weihnachtsbeleuchtung in respektabler Form zu schenken. Seit 1987 erstrahlt nun unsere Stadt in neuem Glanz, man sagt, ein gelungener Wurf. Ein herzliches Dankeschön der Firma Klingenthal, den Minipreis-Läden und der Stadt Salzkotten.

 

Für realistische und kritische Beobachter des Weltmarktes hatte, fast gleichzeitig von Amerika kommend, unbemerkt ein Strukturwandel begonnen, der in alle Bereiche, ja in den letzten Winkel Einzug hielt. über Discount (verbretterte Schaufenster) meldeten sich die neuen Läden – Großraumläden – an, hielten Einzug, sind heute marktbeherrschend und nicht mehr wegzudenken. In unserer Stadt schlossen 28 Geschäfte und Händler bis zur respektablen Molkerei ihre Pforten. Der andere Teil der überlebenden spezialisierte sich oder trat mit neuem Know- How an. In dieser Zeit fiel dann zwangsläufig eine Schrumpfung des Verkehrsvereins und seiner Mitgliederzahl an. Zur Generalversammlung 1971, zu der Heinrich Segin in das alte Haus Meier eingeladen hatte, waren anwesend:
Heinrich Segin (Geschäftsführer) und die Mitglieder Willi Niggemeier sowie der Schreiber dieser Zeilen.

 

Nach einiger Zeit und einigen Gesprächen stand die Auflösung des Verkehrsvereins fest, der vorgenannte Schreiber nahm in seiner Eigenschaft als Bürgermeister der Stadt Salzkotten an der Versammlung teil, erreichte Zurückstellung der Auflösung und schlug vor, den Stand der Dinge mit dem Stadtdirektor Wagener zu besprechen.

 

Ergebnis:

Die Stadt Salzkotten stellt eine Kraft für 7 Stunden in der Woche einschließlich eines Raumes in der neuen Bücherei zur Verfügung, gleichzeitig Anlaufstelle in Fragen Verkehrsverein. übertragen wurde diese Aufgabe Herrn Heinrich Trachternach, der dieser Aufgabe nicht nur gerecht wurde, sondern sie vorbildlich nach vorne trug, bis ins hohe Alter des Jahres 1983. Der Ehrenvorsitzende des Verkehrsvereins dankte Herrn Trachternach an dieser Stelle nochmals recht herzlich. Parallel zu dem wenigen, was in der Sälzerstadt in Aktivitäten überhaupt noch geschah, entwickelten Dörfer und Städte im engeren Bereich um Salzkotten, angeregt durch die ersten Straßenfeste in den 70er Jahren, einen Elan, der dann nach gar nicht langer Zeit zum Althergebrachten führte. Dabei standen Pate sowohl die Historie wie die Tradition. Man blickte zurück, besann sich auf alte Zeiten weit zurückliegender Jahre, wollte nicht mehr, wie die letzten 30 Jahre, bedingungslos nur leben und schritt mutig und fröhlich auf die Gemeinschaft in Stadt und Land zu. Viele Dinge und Fragen, wie andere Terminierungen zum Sommer und Frühherbst (wettergünstiger) hin, wurden munter gefördert durch den neuen Faktor “Freizeitwert”, der für viele Festivitäten und Veranstaltungen die Basis bildete. Dieses Geschehen beobachteten genauestens zur gleichen Zeit einmal der Techniker und Journalist Helmut Steines sowie der Schreiber dieser Zeilen.

 

Beide waren im Rat der Stadt Salzkotten, Steines gehörte der SPD-Fraktion und der Schreiber dieser Zeilen der CDU an. Der Zufall führte unsere getrennt angestellten überlegungen und unser Wollen zusammen. Wir waren uns einig, dem Verkehrsverein neue Impulse zu geben, und von den vielen Möglichkeiten Gebrauch zu machen, welche hinsichtlich Freizeit in unserer Stadt brach lagen und schlummerten. In der Folgezeit fanden Gespräche in vorgenannter Richtung mit jüngeren Geschäftsleuten, Handwerksmeistern sowie Männern und Frauen, die bereit waren, ihre Kraft in dieses Vorhaben einzusetzen, statt. Eingeladen wurden zur 1. Zusammenkunft im alten Haus Meier, Vielser Straße:
Ulrich von Sobbe, Ulrich Schaub, Holger Stute, Bartholomäus Niggemeyer, Heinz Fricke, Rudi Niggemeier, Ludger Thesing, Dietrich Düsterhöft, Hans Kleine und Hubert Cramer.

 

Die Initiatoren sprachen das ganze Spektrum an. Es gab viele Fragen und es wurde ein langer aber fruchtbarer Abend. Weitere Abende folgten. Es kamen neue und weitere Bürgerinnen und Bürger hinzu. Die Ziele der Neubelebung wurden unter Hinzunahme des altbewährten Geschäftsführers Heinrich Segin beraten und abgesteckt. Die ersten Neigungen betreffend des Engagements nahmen Form und Gestalt an. Es wurde viel im Stillen gearbeitet. In den frühen Sommermonaten 1979 und 1980 starteten die Wetter KG, Minden, die Ostwestfalen-Schau in Zelten; 1979 eine tolle Sache, 1980 rückläufig und Ende der Ausstellung. Ebenfalls lief weiter die Illumination der Hederaue, welche der Stadtbaumeister Horst Segatz im August 1978 erstmalig vorstellte; gelungen, muss man sagen. Trotz Regen und nicht dem besten Wetter lief auch dieser Part in den 80er Jahren unter der Regie der Stadt. Durch dieses Tun wurde ein ganzer Strauß von Möglichkeiten in Richtung Heder-, Wasser- und Lichteffekte aufgezeigt. Das Jahr 1981 war ein Jahr der Lichtblicke. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger, die mitarbeiten wollten im Verkehrsverein, schlossen sich an. Es wurde hart gearbeitet und man kam überein, sich zunächst mit drei größeren Aktivitäten der öffentlichkeit zu präsentieren. In der Generalversammlung am 12.07.1982 wurde vorgeschlagen, hierfür drei Ausschüsse mit je einem Vorsitzenden zu bilden.

 

1. Der Sälzer-Markt fand im März/April, zusammen mit dem Tag der offenen Tür der Firma Franz Kleine, statt.
2. Das Hederauenfest war am letzten Sonnabend im August.
3. Der Martini-Markt bleibt wie gehabt, allerdings mit Ausweitungen im Stadtkern.

 

In der Versammlung wurde antragsgemäß verfahren und für den Sälzermarkt Helmut Steines, den Hederauenausschuss Hubert Cramer, und der Martiniausschuss Heinrich Segin zu Vorsitzenden gewählt. Jeder Ausschuss wurde mit mehr als 10 Verkehrsvereinsmitgliedern besetzt und arbeitete selbständig. In gleicher Versammlung wurde eine Satzung eingebracht und der Vorstand gewählt. 1. Vorsitzender wurde Franz Cramer (Bürgermeister) und zu weiteren Vorstandsmitgliedern wurden Heinz Fricke, Heinrich Segin, Hubert Cramer und Frau Astrid Michel gewählt. Die Mitgliederzahl war inzwischen auf über 100 angewachsen und mit Elan ging es an das bevorstehende Hederauenfest und die ökumenische Marktplatzeinweihung.

 

Ein kleiner Kreis unter der Führung der Frau Westermeier geb. Bonefeld, Stadtgraben, besuchte vorher den Kram- und Hobbymarkt in Kaunitz betreffs Möglichkeiten, Ausstrahlung etc. In der Frühe des 27.08.1982 eröffnete man erstmalig mit einem Floh- und Hobbymarkt den Reigen.

 

Um 11.00 Uhr offizielle Begrüßung durch Stadt und Verkehrsverein dann gemischte Darbietungen und Angebote zum Schauen und Mitmachen, ab 18.00 Uhr Musik in den Hederauen, Kanuten und Gondeln beleuchtet auf der Heder, Feuerwerk, Wasserorgel, Illumination schwimmender Lampions, Fest und Freude an der Heder bis spät in die Nacht. Besucherzahl ca. 10 – 12.000; erstmalig Hauptausrichter Verkehrsverein Salzkotten unter dem Vorsitz von H. Cramer; ein voller Erfolg.

 

Bis zum Jahre 1987 blieb der Ausschuss in der gleichen Besetzung. Ideenreichtum und Flexibilität sorgten von Jahr zu Jahr für neue Attraktionen. Die beiden Ullis von Sobbe und Schaub waren nur schwer zu bremsen. Die Heder rückte immer mehr in den Mittelpunkt; Wasser, Licht, Farben sowie ein gediegenes Bodenfeuerwerk sorgten für den Ruf des Hederauenfestes (Gelage am Westerntorturm der Landsknechte). Ebenfalls sollte festgehalten werden, dass wir die ersten im weiten Umkreis waren, die Griewenschmalzbrote aus dem Planwagen reichten. Schnitte Salzkottener Brot: 50 Pf., später 1,– DM (zu Beginn eine Delikatesse). Für das große Jugendkonzert kam eine wetterfeste überdachung dazu (Bogen- und Zeltformat), entwickelt und geliefert von der Firma Rudolf Keuper, Breite Werl. Ferner wurde in den genannten Jahren Stromeinspeisestellen in Kleine-Park, Sälzerwiese und Bürgerturm für ca. DM 25.000,– vom Verkehrsverein finanziert. 1988 gab es einen Wechsel im Vorsitz, Klaus Rudnig löste den verdienten H. Cramer ab. Hubert wir verdanken Dir sehr viel. Mit dem neuen Vorsitzenden kamen weitere und andere Ideen zur Verwirklichung. Erstmalig wurde der ganze Sonntag mit zum Fest genommen und die B 1 ab 12.00 Uhr bis 19.00 Uhr völlig für den Verkehr gesperrt. Umleitung über den Wallgraben und Umgehung Upsprunge. Die anstrengenden Darbietungen seitens der Anlieger der B 1 waren nicht nur groß sondern auch gut. Es herrschte reges Leben. Tony Marshall war die Attraktion vor der Sparkasse. Die Stimmung übertrug sich über die Klingelstraße bis zum Marktplatz. Man sprach von 30 bis 35.000 Besuchern – ein guter Erfolg -. Alle Behörden sowie Träger öffentlicher Belange wie LSBA, Straßenverkehrsamt Paderborn, Polizei etc. waren von der Probe, denn wie sollte es sein, angetan und gaben gleich für 1989 grünes Licht. Zu 1989 sei gesagt: zwei volle Tage Festivitäten mit enormen Steigerungen in vielen Bereichen. Die B 1 war am Sonntag von 08.00 Uhr bis 19.00 Uhr total gesperrt. Die Palette war breit und bunt. Die Wundertüten für den Besucher waren immer wieder anders und neu gefüllt. Leider spielte am Sonntag der Wettergott nicht ganz mit, umso zufriedener war die Geschäftswelt.

 

Fazit: Das Hederauenfest am letzten Sonntag im August ist fester Bestandteil im Jahresrythmus der Sälzerstadt.
Mit dem Vorhaben in den ersten Frühlingstagen eine Verkaufsausstellung in und um die Stadthalle durchzuführen, wurde völliges Neuland betreten.

 

Inspiriert durch die Wetter KG Minden ging eine handvoll Männer und Frauen an die Arbeit. Es war unsere Vorstellung und unser Wunsch: Alle Handwerker bzw. die gesamte Geschäftswelt sollten sich in der Stadthalle dem Bürger einmal ganz anders, losgelöst vom Laden und der Werkstatt, zeigen. Die erste Ausstellung fand im März 1982 statt. Immerhin waren es auf Anhieb über 40 Aussteller, die mit viel Liebe und auch Kosten eine reizvolle Schau auf ca. 2.400 qm präsentieren. Allgemeiner Tenor der Besucher: “Gelungen, klein aber fein”. Die Besucherzahl war gut 20.000. 1983 kam die Firma Kleine mit ihrem Tag der offenen Tür dazu; eine Bereicherung, woran beide guten Anteil hatten. In den Jahren 1984/85/86 wuchs und wuchs die Ausstellung an Umfang. Waren es zu Beginn 2.400 qm, so konnte 1980 mit den Zeltplätzen über 4.000 qm besetzt werden. Mit der Ausstellung wuchs der Ruf, und so konnten wir für die Jahre 1984 bis 1987 als Schirmherren den Ministerpräsidenten Johannes Rau, den Regierungspräsidenten Walter Stich, die wirtschaftliche Sprecherin des Landtags NRW, Christa Thoben (Bochum) und den Präsidenten der IHK Bielefeld gewinnen. Inzwischen verfielen viele Städte in das gleiche Tun und es wimmelte in den Frühjahrsmonaten und an den Wochenenden nur so von derartigen Angeboten. In diesem Zeitraum ergriff dann das Oberzentrum Paderborn die Initiative und führt seither alle zwei Jahre eine Ostwestfalenschau durch, spät, viel zu spät. Der Sälzermarkt- Ausschuss stellte die überlegung an, immer im Wechsel der Jahre in Paderborn bzw. Salzkotten je 1 Ausstellung durchzuführen. Hinzu kam die Müdigkeit einiger Aussteller. Somit sollten und müssen in den nächsten Wochen beide Fragen einer Lösung zugeführt werden. Auch die, ob weiter nur heimische Aussteller oder eine öffnung für alle Aussteller erfolgen soll. Der Ehrenvorsitzende dankt dem Ausschuss mit seinem Vorsitzenden Helmut Steines für die mit Bravour geleistete Arbeit und wünscht bei allem eine glückliche Hand. Wir sind inzwischen, so wurde von außen festgestellt, mit den drei großen Engagements Profis geworden. Zu Profi gehört eine klare, saubere, effektive Werbung. Auch da wurde an der Wurzel begonnen. Unser Werbefachmann Theo Hüppmeier übernahm den Entwurf von ansprechbaren Werbetafeln, die dann durch unseren Holzingenieur Rudolf Keuper gefertigt und an allen Einfallstraßen unserer Stadt gut sichtbar aufgestellt wurden. Durch auswechselbare Werbeelemente wird immer wieder auf die jeweiligen Aktualitäten hingewiesen. Alle weiteren Werbemaßnahmen unterliegen den jeweiligen Ausschüssen und somit deren finanziellen und freiheitlichen Möglichkeiten. Je nach Lage und besonderer Situation vollzieht sich in übereinstimmung mit dem Vorstand das weitere Vorgehen und somit das endgültige. Nicht so weit weg von allem Geschehen im Jahreszyklus fanden immer wieder in dem Zeitraum von 1980 bis 1989 valetierende Gespräche mit der Spitze der Stadtverwaltung statt. Es war bei Gott nicht immer eitel Sonnenschein. Oft konnte man den Eindruck haben, als trennten uns Welten. Sicherlich bestanden klare Vorstellungen beiderseits. Hauptziel beider Parteien war es, eine Basis für ein gemeinsames Wirken zu schaffen. Der Schreiber will bewusst nicht auf Einzelheiten eingehen, das ist auch gar nicht wichtig. Er hat vielmehr, geprägt durch eine jahrzehntelange politische übung, sowohl als Bürgermeister wie als Vorsitzender des Verkehrsvereins stets sein Augenmerk auf stabile Ergebnisse gerichtet. Ich darf für beide Teile sagen: “Das ist gelungen”. Wir sind Partner, jeder hat zum anderen gute Bindungen und Verbindungen. Frau Pack und ihr Büro sind mehr als verständnisvolle Helfer und Vermittler. Diese Stelle verlangt von beiden eine offene, saubere und taktvolle Zusammenarbeit, eben für unsere Stadt, der Bürgerinnen und Bürger und nicht zuletzt auch für Frau Pack.

 

Wir schreiben den 10. Oktober 1989
In 4 Wochen steht Martini vor der Tür und mir scheint, unsere neuen Martinitage, d. h. die letzten 10 bis 15 Jahre sind etwas zu kurz gekommen. Einige Takte sollten noch zu den änderungen und Abläufen gesagt werden.

 

Soweit wie möglich soll in den nächsten Jahren der Kern, ja die erweiterte Altstadt, voll bestückt und beseelt werden. In dem Stadtpark findet neben der Mantelteilung eine kurze Theateraufführung der Grundschule unter der Regie von der Lehrerin Frau Albers, statt. Stadt und Verkehrsverein sind wie eh und je zur Hälfte Träger der Martinitage. Die Stadt gibt seit einigen Jahren zur Eröffnung einen bunten Bierhumpen als Geschenk heraus und lädt alle Gäste in das Pfarrzentrum zur Eröffnung der tollen Tage ein. Viele Verkehrsvereinsmitglieder treffen sich zum traditionellen Essen und Beisammensein im Restaurant Okesson. über die Festtage finden immer wieder abwechslungsreiche Kunstausstellungen im Bürgerhaus Pieper statt. Meist bestückt durch heimische Künstler. Ansonsten haben sich die Zahl der Schaubuden und Schausteller sowie die Besucher der Martinitage mehr als verdoppelt.

 

Ein Dankeschön dem Ausschuss und seiner Vorsitzenden Annette Allhoff.

 

Vor ca. 5 Jahren haben wir zur Freude unserer Kleinen im Stadtbild am Markt, am Westerntorturm und an der Engelapotheke einige Märchengruppen zum Beginn des 1. Advents aufgestellt. Das Echo ist aber geteilt. Wir würden gerne weitere Gruppen etablieren. Ob wir da wohl auf Zusage hoffen können.

 

Mit dem goldenen Oktober nähern sich die Martinitage, jene Tage, an denen sich vor 40 Jahren der Verkehrsverein der öffentlichkeit zum 1. Mal präsentierte. Höhen und Tiefen mussten in den zurückliegenden Jahren durchschritten werden. Es bleibt mit Freude festzustellen. Der Verkehrsverein Salzkotten hat seine Bewährungsproben bestanden. Gestärkt durch die große Mitgliederzahl, immerhin annähernd 150, getragen von den drei Aktionsausschüssen und vertreten durch einen ideenreichen Vorstand, ist mir um den Verkehrsverein Salzkotten nicht bange. Zur Stadt gesprochen: “Mögen Rat und Verwaltung wie bisher für gute fortschrittliche Neuansiedlungen von Firmen in breitester Palette sorgen. Mit etwas Dynamik sollten Arbeitsplätze und ein breiter Strauß von Produktionsstätten und Verkaufsgütern herbeigeholt werden.”

 

Ich wünsche dem Verkehrsverein, dass seine Mitglieder und insbesondere der jeweilige Vorstand mit ungetrübtem Auge, einem klaren Blick, großem Maß an Taktgefühl, wann immer erforderlich, die Dinge früh genug erkennen und die nötigen Schritte in die richtige Richtung leiten.

 

Meine guten Wünsche begleiten alle, die hierfür ihre Kraft einsetzen.

 

Et Multos Annos

Franz Cramer - Salzkotten, den 10.10.1989

Ehrenvorsitzender
Verkehrsverein Salzkotten e.V.

Fördern Sie das Engagement des Verkehrsvereins.

Er vertritt Ihre Interessen in der Stadt und gegenüber der Stadt Salzkotten.

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